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Motoryacht "CARINA"

Wie Ihr sicher bereits aus meiner Vorstellung entnehmen konntet, war mein erstes Schiffsmodell die allen Modellbauern bekannte ‘CARINA‘ von Graupner. Doch leider verschwand mein Erstlingswerk für immer in den Fluten einer grossen Wasserschwelle der Wiese (diese entspringt am Feldberg/Schwarzwald und mündet in Kleinhüningen/Basel in den Rhein). – So blieb dieses Modell mitsamt dem Untergang nur noch in meiner Erinnerung haften, bis im Jahr 2010 ein Vereinskollege mich anfragte, ob ich denn einen Baukasten der ‘CARINA‘ für meinen Sohn brauchen könnte. Da stand doch gleich die Vergangenheit wieder vor mir und ich entschloss mich spontan, das Modell als ’REFIT-Projekt’ für mich wieder zu bauen.
 
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Als erstes musste ich den ABS-Rumpf nochmals mit Glasmatten und Epoxidharz verstärken, weil die ABS-Technologie der 70er Jahre nicht den Stand von heute hatte. Gleichzeitig wurde eine kugelgelagerte Welle und das Ruder eingegossen.
 
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Da das Boot nicht viel Gewicht verträgt, wurde ein Brushless-Motor mit kombiniertem Regler und LIPO-Zellen als Akku eingeplant. Zum Einsatz kommt ein Motor des Typ ‘Shooter Sport SL‘ inkl. luftgekühltem Regler von ‘CARSON‘. Für den Start sollen 2 LIPO-Zellen mit 7,4V zum Einsatz kommen. Ziel ist es, das Boot zum Gleiten zu bekommen.
 
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Der Aufbau war im Rohbau bereits vorgebaut und grundiert. Doch da waren noch einige Spachtel- und Schleifarbeiten angesagt. Ebenfalls gab es am Rumpf noch einige Spachtel- und Schleifarbeiten, da der bereits eingegossene Spant vom Aufbau sich in der ABS-Schale abzeichnete, was nicht sehr schön aussah.
 
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Den Motorspant fertigte ich aus einer Epozidharz-Platte, die einen sehr festen Halt garantiert. Aus einem 8mm Messingstab wurde auf dem Drehbank eine Kupplungslehre hergestellt. Die Welle hat 4 mm und die Motorenwelle hat 3.2 mm. So ist ein sauberes Ausmitten des Motorenstandortes am Spant möglich. Nach deren Fertigstellung konnte der ganze Spant inklusive des Motors exakt eingegossen werden. Diese Methode garantiert ein genaues Ausrichten des Motors und einen ruhigen Lauf mit wenig Verlustwiderstand.
 
Zu diesem Zeitpunkt musste bereits eingeplant werden, welche Art von Funktionen im Modell erwünscht sind, denn der entsprechende Platz und die Installationen müssen ja ebenfalls einkalkuliert und reserviert werden. Ich entschloss, dies als  ein Beispiel, dass das Armaturenbrett beim Steuerstand zu beleuchten ist. Also mussten die entsprechenden Zugänge für die Verkabelung geschaffen werden.
 
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 Ebenfalls wurde der alte, hölzerne Beleuchtungsmast in der ABS-Bauweise in den entsprechenden Hohlräumen gebaut. Eine Top-Lampe und zwei Scheinwerfer in LED-Technologie zieren diesen Mast. Die LED in der Top-Lampe ist eine Standard 3 mm weisse LED. Damit der Abstrahlungswinkel besser wird, wurde der Kopf flach geschliffen (aber Vorsicht, dass nicht Anode und Kathode beschädigt wird). Zum Abschluss muss aber der geschliffene LED-Kopf noch poliert werden, damit wieder die Leuchtkraft vorhanden ist.
 
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Der Decksboden im Führerstand wird mit Mahagoni-Furnier und hellem Holz  beplankt. Nach der Beplankung wird das Holz fein geschliffen und lackiert und wieder lackiert mit Klarlack. Dieser Vorgang habe ich sicher 5-6 mal wiederholt, bis ich eine schöne Oberfläche erhalten habe.
 
 
Juni 2011:
Nach dem der Motor sauber im Schiff eingegossen war, konnten die weiteren RC-Komponenten eingebaut werden. Steuerservo, Regler und Empfänger fanden schnell einen geeigneten Platz. Später soll noch ein Modul für verschiedene Beleuchtungen eingebaut werden.
 
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Bevor weitere Bauschritte folgte, wollte ich einen Fahrtest machen. Wie verhält sich das Modell mit Brushless-Motor und Lipozellen. Ein Leichtgewicht muss es werden. Und als ich das Ganze das erste Mal beim Vereinsweekend an Pfingsten im Weiher einwasserte, war ich über die saubere Lage und Einhaltung der Wasserlinie sehr überrascht. Denn bis anhin hatte ich immer bei kleinen Modellen das Problem, dass diese immer zu schwer waren und die Wasserlinie nie eingehalten werden konnte. Das schien diesmal nicht der Fall zu sein.
 
 
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Noch ungewiss war ich, ob das ganze ohne Trimmklappen funktioniert. Langsam Gas geben und das Modell kurvte behaglich seine Runden. Ein bisschen mehr am Gashebel gezogen und schnell kam das Boot in die Gleitfahrt. Nun die Frage, was geschieht bei Vollgas. Das kleine Schiff schnellte übers Wasser mit einem unglaublichen Anzug. Doch ohne Trimmklappen hüpfte es und zeigte eine sehr unruhige Fahrweise.
 
 
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So wurden die entsprechenden Trimmklappen eingebaut. Zur besseren Stabilität habe ich bereits am Anfang der Spiegel am Bootsende mit Epoxidharz verstärkt. So halten die Trimmklappen sicher.
 
 
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Fertig eingebaut und schon ging es wieder auf das Wasser. Nun zeigte sich der Oldie von der besten Seite. Ein Modell aus den 70er Jahren mit heutigen. Eine spannende Kombination, die Fahrspass aufkommen lässt.
 
So wurde einige Runden mit Vollspeed gedreht, die Personen an Weiherrand staunten nicht schlecht.
 
Zufrieden wurde das Boot nun wieder der ’Werft’ übergeben. Hier werden die Welle, das Ruder und die Trimmklappen wieder ausgebaut. So kann der Weiterbau getätigt und das Modell lackiert werden.
 
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Dies zum aktuellen Bauzustand. Aber bleibt dran, ich werde an dieser Stelle jeweils über den weiteren Fortschritt berichten.
Bis bald wieder!